Einsam

Aufbruch | Seele schiebt an

Ich steh am Strand im Ebre-Delta und pack zusammen. Hab grad Videos und Bilder gemacht, gar nicht nur zum Posten, sondern auch als Erinnerung. Es ist wunderschön hier. Direkt am Strand stehen zu können, lässt mein Herz definitiv höherschlagen.

Glücklich seh ich mich um und geh zum Bus zurück. In mir ist klar, ich fahr weiter in eine kleine Stadt. Ich möchte Menschen um mich haben. Freudig schlag ich die Türen zu und noch während ich die 2. Tür nach vorne drücke, kommt schon ein innerlicher Schrei.

NEEEEIIIIIIN!!!!

DER SCHLÜSSEL!!!!

Doch die Tür ist zu. Fassungslos lauf ich nach vorne und schau, ob die Türen aufgehen. Nichts. Es ist zu. Dabei kann ich mich nicht erinnern, zugesperrt zu haben.

Augenblicklich kommt super viel Ärger hoch. Ich weiß das schon, das Auto ist total unklar mit Zusperren. Der tut was er will. Und habs mir angewöhnt, immer zuerst eine andere Türe zu öffnen, bevor ich eine schließe.

Außer natürlich, ich hab den Schlüssel in der Hand.

Doch der ist jetzt gerade definitiv NICHT in meiner Hand. Aufgelöst durchsuche ich meine Taschen und die Bauchtasche. Bei jedem Ort, wo ich ihn nicht finde, nimmt die Verzweiflung zu.

„Na danke, dass du mir zumindest mein Handy gelassen hast“, schrei ich ins Universum. Das halte ich nämlich in der Hand, im Gegensatz zum Schlüssel.

Und zugleich fühl ich die Warnung vom Universum: Geh raus, geh in Kontakt, beweg dich – sonst wirst du bewegt. Und diese Bewegungen müssen nicht zwingend angenehm sein.

Ja ich weiß.

Seele ist es egal, wie sie Erfahrungen macht. Dass ich lieber wo tanzen geh und mit Menschen in Kontakt trete, als mit der Polizei und einem Schlüsseldienst zu kommunizieren, spielt für Seele und Universum keine Rolle.

Es geht darum, Erfahrungen zu machen. Dort oben gibt’s diesbezüglich keine Bewertung.

Die Erfahrung löst was aus in uns, und nur darum geht’s. Es liegt dann in unserer Verantwortung, sich um das zu kümmern, was in uns lebendig wird dadurch.

Bei mir ist das Scham, weil es mir superschwer fällt, wo anzurufen und um Hilfe zu bitten. Um die Scham darf ich mich kümmern.

Mittlerweile weiß der Großteil von mir, dass ich ok bin so wie ich bin. Dass es da nichts zu schämen gibt. Also hält der Großteil den kleinen Schamanteil in mir gut an der Hand und ist lieb zu ihm. Er hat grade Not.

Und dann ist der Moment auch schon wieder vorbei. Die Scham löst sich, entspannt sich und ich such das Bauchtascherl nochmal durch.

Finde den Schlüssel im hintersten Fach. Wann ich den da reingegeben hab, weiß ich nicht. Ist mir jetzt grade auch egal. Die Erleichterung ist in jeder Zelle fühlbar.

Puh, für heute reichts. Ich fahr weiter in die nächste Stadt und finde einen offiziellen, kostenlosen Stehplatz direkt am Meer und beschließe, erst mal Urlaub unter Menschen zu machen!

PS: Am Bild oben siehst du, wo ich zu dem Zeitpunkt gestanden bin. Ich war viele Kilometer fernab der Zivilisation. Deswegen auch der Dank, dass ich zumindest das Handy hatte. Sonst hätte ich superweit laufen müssen, um überhaupt zu Hilfe zu kommen 😉

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